Dr. Jens Fachbach

 

 

Ehemaliger Wiss. Projektleiter des DFG-Projekts Hofkünstler

(DFG-Antragsteller Prof. Dr. Dr. Tacke):
Edition der archivalischen Quellen der am kurtrierischen Hof von 1629 bis 1794 tätigen Hofkünstler

 

Tel.: 0651/9917029

                     

E-Mail: hofkuenstler@uni-trier.de  und

hofrathf@freenet.de                                           

Biographisches

Geb. 1978 in Koblenz, 1998-99 Zivildienst beim Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz; 1999-2005: Studium Kunstgeschichte und Geschichte an der Universität Trier, seit 2007: Wissenschaftliche Hilfskraft mit Abschluss an der Universität Trier. Okt. 2005- Jan. 2010 Promotion: Johann Georg Judas (um 1655-1726) „Chur - Trierischer Baw. Maisder“ Zur Architektur eines geistlichen Kurfürstentums an Rhein und Mosel im späten 17. Und frühen 18. Jahrhundert. Seit 2010 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Trier, DFG-Projekt "Edition der archivalischen Quellen der am kurtrierischen Hof von 1629 bis 1794 tätigen Hofkünstler / Hofhandwerker einschließlich der Untersuchung ihrer Kompetenzen und sozialen Stellung"

Forschungsschwerpunkte

  • Brückenbau in Mittelalter und Früher Neuzeit
  • Bürgerlicher Wohnbau des 17. und 18. Jahrhunderts
  • Residenzraum Koblenz / Ehrenbreitstein in der Frühen Neuzeit
  • Sakralarchitektur im Erzbistum Trier im 17. und 18. Jahrhundert

Praktische Tätigkeiten

Seit 2007: Wissenschaftliche Hilfskraft mit Abschluss an der Universität Trier (Bearbeitung des Werkes eines Architekten der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts). Seit 2000: Alljährliche saisonale Mitarbeit beim Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz, Außenstelle Koblenz. Seit 1996 ehrenamtliche Mitarbeit bei einer gemeinnützigen Denkmalpflegevereinigung, 1998-2010 im geschäftsführenden Vorstand. Seit 2009 im Vorstand des „Trier Forum e. V.“. 2011 Mitarbeit beim Expertenworkshop der Stadt Trier zur Ausschreibung eines Ideenwettbewerbs für die Umgestaltung des Umfeldes der Trierer Römerbrücke.

Promotion (bei Prof. Dr. Dr. Tacke)

Johann Georg Judas (um 1655-1726) „Chur-Trierischer Baw Meisder“
Zur Architektur eines geistlichen Kurfürstentums an Rhein und Mosel
 im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert.

Die Dissertation behandelt erstmals das Werk des kurtrierischen Hofbaumeisters Johann Georg Judas monographisch. Im Gegensatz zu seiner zeitgenössischen Bedeutung (man sprach noch fast vierzig Jahre nach seinem Tod von „dem berühmten Baumeister Joann. Georg Judas“) wurde er von der kunsthistorischen Forschung bislang kaum wahrgenommen. Hierzu mag die ausgesprochen negative Bewertung beigetragen haben, die Judas 1960 durch den letzten Bearbeiter erfuhr.

 

Nachdem nun erstmals das Werk Judas unter sorgfältiger Auswertung des umfangreichen Quellenmaterials dokumentiert wurde, muss diese Einschätzung jedoch relativiert werden. Judas erhielt während seiner Tätigkeit als selbstständiger Bauunternehmer und Hofbaumeister der Trierer Kurfürsten die prominentesten Aufträge, die in dem durch die Kriegswirren des 17. Jahrhunderts schwer heimgesuchten Kurfürstentum zu vergeben waren: Der Wiederaufbau der Trierer Moselbrücke 1716-18, der Wiederherstellung des Trierer Domes nach einem Brand im Jahre 1717 und ab 1720 dem Neubau der Abteikirche in Prüm. Erstmals festgestellt wurde hierbei der Einfluß, den die die einem Bauwerk beigemessene, für die Auftraggeberschaft oftmals identitätstiftende historische Bedeutung auf die Gestaltung eines Bauwerkes hatte. Beim Wiederaufbau der Trierer Moselbrücke, der Trierer Stadtbefestigung, der Wiederherstellung des Schlosses Gemünden und vor allem bei der Umgestaltung des Trierer Doms wurde die Bedeutung als vom legendären Stadtgründer errichtetem Bauwerk, ehrwürdigem Familienstammsitz oder (beim Trierer Dom) dem angeblichen Haus der Heiligen Helena als steinerne Gründungsurkunde der trierischen Kirche und Beweis ihres besonderen Ranges ausschlaggebend für Formwahl und Baugestalt. Insbesondere in der zeitgenössischen Historiographie erwähnte Details wurden pietätvoll bewahrt oder wiederhergestellt, typisch historisches Formengut wieder aufgegriffen und bewußt eingesetzt. Dabei kann man für Judas durch die Zusammenarbeit mit dem Architekten Julius Ludwig Rothweil sehr wohl die Kenntnis modernen Formengutes, ebenso wie für seine Auftraggeber (für die bedeutende Architektenpersönlichkeiten wie etwa Maximilian von Welsch oder Johann Bernhard Fischer von Erlach tätig waren), annehmen. Zu trennen ist hiervon freilich die sog „Trierer Nachgotik“ deren bedeutendster Vertreter die Abteikirche Prüm darstellt. Hier ist die Formwahl nicht in jedem Falls als Bezugnahme auf die Vergangenheit zu erklären, sondern vielmehr mit einer hohen ästhetischen Wertschätzung als besonders passend für Sakralbauten angesehener, spätromanischer/ frühgotischer Formen die auch in Schriftquellen ihren Niederschlag fand. Zusammenfassend bleibt festzuhalten, daß die bisherige, negative Bewertung Judas nicht gerechtfertigt ist. Insbesondere seine Bindung an die Tradition und die Weiterentwicklung der an einem Bauwerk vorgefundenen Formen bildet ein spezifisches Merkmal seines (im Übrigen auch betont zeitgenössisch gestaltete Bauten und technische Anlagen umfassenden) Werkes und ist keineswegs mit Rückständigkeit oder mangelnden Fertigkeiten des Architekten zu erklären.

Publikationen

Monographien

Hofkünstler und Hofhandwerker am kurtrierischen Hof in Koblenz / Ehrenbreitstein 1629–1794: Studie, Handbuch, Quellen (artifex – Quellen und Studien zur Künstlersozialgeschichte / Sources and Studies in the Social History of the Artist, hrsg. von Andreas Tacke), Petersberg 2017 (im Druck).

 

Johann Georg Judas. Zur Architektur eines geistlichen Kurfürstentums an Rhein und Mosel im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert (Dissertation), Regensburg 2013 (im Druck).  

 

Herausgeberschaften

Zusammen mit Andreas Tacke / Matthias Müller: Hofkünstler und Hofhandwerker in deutschsprachigen Residenzstädten der Vormoderne (artifex – Quellen und Studien zur Künstlersozialgeschichte / Sources and Studies in the Social History of the Artist, hrsg. von Andreas Tacke), Petersberg 2017.

Zusammen mit Stefan Heinz / Georg Schelbert / Andreas Tacke: Architekturführer Trier, Petersberg 2015.

Aufsätze

  • Scheinriesen – Der Hofkünstler. Plädoyer für einen neuen Blick auf einen vermeintlich vertrauten Begriff, in: Gerhard Fouquet u. a. (Hrsg.): Residenzstädte der Vormoderne: Umrisse eines europäischen Phänomens, (Residenzforschung, Neue Folge: Stadt und Hof 2), Ostfildern 2016, S. 453–468.
     
  • Im Schatten des Kaisers? Kurzer Überblick zur Baugeschichte der Deutschordenskommende Koblenz, in: Beate Reifenscheid / Mark Hesslinger (Hrsg.): „Die Realität und das Göttliche“ Festschrift 1216–2016. Vom Deutschherrenhaus zum Ludwig-Museum, Koblenz 2016, S. 30–39.
     
  • Dr. Carl Friedrich Wolf Feuerstein (1786–1856) – Freund Friedrich Ludwig Jahns und Regimentsarzt in Koblenz. Ein neuentdecktes Portrait [von Simon Meister 1796–1844], in: Jahn-Report 40, Mai 2015, S. 23–28.
     
  • Bomben, Granaten und Aufbruch in eine neue Zeit – Der Wiederaufbau der Liebfrauenkirche nach 1945 und die nicht realisierten Entwürfe für die neue Innengestaltung 1950, in: Andreas Tacke / Stefan Heinz: Liebfrauen in Trier. Ein Schlüsselbau der europäischen Gotik, Petersberg 2015, S. 443–461.
     
  • Zum Fortleben der Antike im barocken Trier (Kurzfassung), in: Koldewey-Gesellschaft (Hrsg.): Bericht über die 47. Tagung für Ausgrabungswissenschaft und Bauforschung, Dresden 2014, 123–127.
     
  • [Zusammen mit Mario Simmer:] Eine höfische Wallfahrt – Die Ausstellung des Heiligen Rockes auf dem Ehrenbreitstein 1765, in: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 65, 2013, S. 235–280.
     
  • Die Restaurierungsgeschichte des Speyerer Domes im 17./18. Jahrhundert im Vergleich zum Trierer Dom, in: Matthias Müller / Matthias Untermann/ Dethard von Winterfeld (Hrsg.): Der Dom zu Speyer: Konstruktion, Funktion und Rezeption zwischen Salierzeit und Historismus, Darmstadt 2013, 335–352.
     
  • Artikel: Trier und Koblenz / Ehrenbreitstein, in: Adam, Wolfgang; Westphal, Siegrid: Handbuch kultureller Zentren der Frühen Neuzeit. Städte und Residenzen im alten deutschen Sprachraum. Band 3, Berlin / Boston 2012, S. 1919–1962.
     
  • Der Wiederaufbau der Trierer Römerbrücke 1716–1718 – Ein Beispiel für den Umgang mit antiker Architektur in der Frühen Neuzeit, in: Funde und Ausgrabungen im Bezirk Trier 2011, S. 48–60.
     
  • Die barocke Uhr des Trierer Domes und ihr Erbauer Joseph Waltner (um 1700–1782/83) aus Koblenz, in: Neues Trierisches Jahrbuch 49, 2009, S. 155–179.
     
  • [Zusammen mit Georg Schelbert und Mario Simmer:] Zum 50. Todestag des Architekten Peter Marx (30.5.1871–27.12.1958), in: Neues Trierisches Jahrbuch 48, 2008, S. 257–264. 
     
  • Zur Baugeschichte der Trierer Römerbrücke nach 1718, in: Kurtrierisches Jahrbuch 47, 2007 (Festschrift für Gunther Franz zum 65. Geburtstag), S. 383–416.

Rezensionen

  • Rezension zu: Peter Brommer / Achim Krümmel: Höfisches Leben am Mittelrhein unter Kurfürst Clemens Wenzeslaus von Trier (1739–1812). Zum 200. Todesjahr des letzten Trierer Kurfürsten (Veröffentlichungen der Landesarchivverwaltung Rheinland-Pfalz 114. Hrsg. von Elsbeth Andre); Koblenz: Verlag der Landesarchivverwaltung Rheinland Pfalz 2012, in: Journal für Kunstgeschichte 6.2012, 3, S. 144–149.
     
  • [Rezension zu:] Rainer Schwindt (Hrsg.): Das Kapuzinerkloster in Koblenz-Ehrenbreitstein (Quellen und Abhandlungen zur Mittelrheinischen Kirchengeschichte 129), Mainz 2012, in: Kurtrierisches Jahrbuch 52, 2012, S. 431–435.
     
  • [Rezension zu:] Rudolf Ewerhart: Die Orgel- und Clavierbauer Senft in Koblenz und Augsburg, Tutzing 2011, in: Kurtrierisches Jahrbuch 51, 2011, S. 516–519.

Katalogbeiträge

  • Verschiedene Beiträge in: Matthias von der Bank / Ines Heisig (Hrsg.): Mittelrhein-Museum Koblenz. Auwahlkatalog, Petersberg 2016.
     
  • Verschiedene Beiträge, u. a. zur Koblenzer Barockskulptur (S. 145–149) in: Luzie Bratner / Peter Seewaldt (Hrsg.): Mit allen Sinnen. Reisewege zum Barock in Rheinland-Pfalz, Regensburg 2013.

Preise

  • 2011: Auszeichnung der Dissertation mit dem Dr.-Heinz-Cüppers-Preis des Rheinischen Landesmuseums Trier.