Karina Wiench M.A.

Wiss. Mitarbeiterin im DFG-Projekt Glasmaler
 

Ehemalige Geschäftsführung und Koordinatorin im ERC-Projekt artifex unter Leitung von Prof. Dr. Dr. Tacke

 

Im Treff 23, 1. OG, Raum 10 / D-54286 Trier
Tel.: 0651 201-4311
E-Mail: wiench@uni-trier.de    

Bürozeiten: Mo.-Fr. 09.00 - 13.00 Uhr

Biographisches

Geboren 1977; 1999 Beginn des Studiums der Geschichte (Nebenfächer: Kunstgeschichte, Klassische Archäologie) an der Universität Trier. 2000 – 2004 studentische Hilfskraft im SFB 235 (»Zwischen Maas und Rhein: Beziehungen, Begegnungen, Konflikte in einem europäischen Kernraum von der Spätantike bis zum Jahrhundert«), im Projekt A5: »Zauberei und Hexenprozesse im Maas-Rhein-Moselraum, 15.–17. Jahrhundert, unter besonderer Berücksichtigung räumlicher Aspekte« unter Leitung von Prof. Dr. Franz Irsigler und PD Dr. Gunther Franz und studentische Hilfskraft im Projekt: »Pilgerreisen und Kulturtransfer, unterstützt von der Fritz Thyssen Stiftung« unter der Leitung von PD Dr. Wolfgang Schmid.

2007 Magistra Artium; Oktober 2008 — September 2014 wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität Trier, am Fachbereich III / Kunstgeschichte (Prof. Dr. Gottfried Kerscher). Seit Herbst 2013 Doktorandin bei Prof. Dr. Dr. Andreas Tacke. 

Dissertationsvorhaben (betreut von Prof. Dr. Dr. Tacke)

Apocalypse from now on 

[...] the end of the world as we know it oder: 9/11 als Zäsur? Kontinuität und Wandel der Apokalypsenikonographie im Blockbusterfilm.

(Arbeitstitel)

 

Das Grundprinzip jeder konnektiven Struktur ist die

Wiederholung

(Jan Assmann, Das kulturelle Gedächtnis, 2002)

 

 

Das Dissertationsprojekt hat sich zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zur Analyse kollektiver Weltuntergangsvorstellungen zu leisten. Hierbei soll im Gegensatz zu den zahlreichen, bislang in der kunsthistorischen Forschung vorgelegten Untersuchungen zu den Themenfeldern Weltuntergang und Apokalypse jedoch das Augenmerk auf das Medium Film gerichtet sein. Im Fokus steht die Frage, welche Möglichkeiten sich diesem spezifischen Medium bieten, die christliche Endzeitvorstellung der Apokalypse wiederzugeben. Statt innerhalb der Untersuchung bei der alleinigen Suche nach ikonographischen Vorbildern bestimmter Filmsequenzen und Stills haltzumachen, wird vielmehr aufgezeigt, dass der Endzeitfilm ein eigenständiges Bildrepertoire kreiert hat, welches Teil der visuellen Kultur und somit auch Teil unseres kulturellen Gedächtnisses geworden ist. Dieses Bildrepertoire variiert in einigen Fällen eklatant zwischen dem Genre des Arthaus-Films und jenem des Blockbusterfilms. Für die der Arbeit zugrunde liegende Fragestellung nach einem Kollektivwissen zum Endzeitbild ist es wichtig, dem Genre des Blockbusterfilms innerhalb der Dissertation Priorität einzuräumen, da er von Vielen gesehen wird und so potentiell einen größeren Einfluss auf das kollektive Gedächtnis ausüben kann, als dies beispielsweise bei künstlerisch ausgezeichneten cineastischen Werken der Fall ist. Neben dem Apokalypsenfilm, der wiederum in verschiedene Subgenres zu unterteilen ist, wird die Arbeit weitere fiktionale Filme untersuchen, die das Motiv der Endzeitvision nutzen. Im Gegensatz zu dem, den Niedergang der Zivilisation meist nur skizzierenden Apokalypsenfilm – entwerfen diese drastische oder gar groteske Weltuntergangsszenarien (Science Fiction-, Horror- oder Katastrophenfilm).

Neben der ikonographisch-ikonologischen Analyse wird die Arbeit damit auch zentrale Fragen der Rezeptionsästhetik diskutieren und aufgrund des untersuchten Materials einen wichtigen bildwissenschaftlichen Beitrag leisten können. Den Neoformalisten um David Bordwell und Kristin Thompson zufolge ist der Zuschauer mental an das Geschehen auf der Leinwand gebunden – er sucht im Werk „aktiv nach Hinweisen (clues) und reagiert darauf mit den Wahrnehmungsfähigkeiten (viewing skills), die er durch seinen Umgang mit anderen Kunstwerken und mit dem Alltagsleben erworben hat. Der Betrachter wird perzeptiv, emotional und kognitiv gefordert, wobei diese drei Ebenen unauflösbar miteinanderverbunden sind.“ Die Arbeit geht des Weiteren von der Prämisse aus, dass die Apokalypse „has become an event that is happening and not happening.“ (Susan Sontag). Sie hat sich – so die These – in den Grenzen bestimmter Erwartungen der Menschen eingenistet, und durch ihre Repräsentation im Bild – sei es nun in Malerei, Graphik, Skulptur oder im Film – ist sie zu etwas fast Alltäglichem geworden. Wir können also laut Sontag nicht mehr von „Apocalypse now“ reden, sondern treffender von „Apocalypse From Now on.“ Wie gelangen aber nun diese ˃alten und neuen˂ Bilder des Weltuntergangs in unser kulturelles Archiv und wie lässt sich dieses Bild einer ˃ neuen˂ postmodernen Apokalypse charakterisieren?

Magisterarbeit

Weltuntergangsvorstellungen im Mittelalter

(betreut von PD. Dr. Ernst Voltmer)

 

Das bildaffine Christentum entwickelte aufgrund seiner schriftlichen Überlieferung eine reiche und fantastische Bildwelt zu den ihren Vorstellungen von Himmel, Hölle und Fegefeuer. Die Magisterarbeit beschäftigte sich zum einen mit einer dieser schriftlichen Quellen,  der Offenbarung des Johannes und ihre Wirkung auf die Gesellschaft des Mittelalters.

Zum anderen wurde ein Bildkanon besprochen, der durch die private Heilserwartung und diejenige, der gesamten Schöpfung regelrecht herausgefordert wurde und auf den die Gläubigen zurückgreifen konnten.

Die Apokalypse ist aufgrund der Detailgenauigkeit der Beschreibung innerhalb des biblischen und apokryphen Textes hervorragend zur Illustrierung geeignet, weswegen ein besonderes Augenmerk der Magisterarbeit auf der Buchmalerei des Mittelalters lag, wobei eine Beschreibung und Analyse der Trierer Apokalypse im Mittelpunkt stand. 

Publikationen

  • 2005 Ein Eberhardsklausener Arzneibuch aus dem 15. Jahrhundert (Stadtbibliothek Trier Hs. 1025/1944 8), hg. v. Marco Brösch, Volker Henn und Silvia Schmidt, unter Mitwirkung von Claudia von Behren und Karina Wiench. (Klausener Studien 1), Trier 2005.
     
  • 2005 Rezension zu: Schau an der schönen Gärten Zier. Historische Garten- und Pflanzbücher der Stadtbibliothek Trier von den mittelalterlichen Handschriften bis zum 20. Jahrhundert. In: Libri Pretiosi. Mitteilungen der Bibliophilen Gesellschaft Trier e.V. 8. Jahrgang, Heft 1, S. 26–27.
     
  • 2005 Rezension zu: Die Medulla Gestorum Treverensium des Johann Enen. Ein Trierer Heiltumsdruck von 1514. Faksimile Ausgabe und Kommentar, hg. v. Wolfgang Schmid und Michael Embach. In: Libri Pretiosi. Mitteilungen der Bibliophilen Gesellschaft Trier e.V. 8. Jahrgang, Heft 1, S. 27–30.

Vorträge

  • 7. April 2016: Last Supper and Last Judgment – From dinner time to end time in the Zombie Apokalypsemovies; Vortrag im Rahmen der Winter School des Fachbereichs für Literaturwissenschaft, Uni Konstanz: Zombies zwischen (Pop-)Kultur und (Bild-)Politik. Literatur-, Kunst und Medienwissenschaft, 04. – 08. April 2016
     

  • 26. Januar 2015: [...] the end of the world as we know it oder: 9/11 als Zäsur?
    Kontinuität und Wandel der Apokalypsenikonographie von der Vormoderne bis zum Blockbusterfilm. Keynote zur Tagung "Transform an Roll-out" - Wandlungsprozesse in Film, Literatur und Alltagskultur, Medienkulturwissenschaft an der Universität München.

Universitäre Lehre

  • BA-Seminar (gemeinsam mit Jürgen von Ahn, M.A. und Stefan Heinz, M.A.): „Apokalypse now! Himmel, Hölle, Fegefeuer. Bilder vom Ende – das Ende in Bilder“
     
  • BA-Seminar (gemeinsam mit Stefan Heinz, M.A. und Sarah-Sophie Riedel, M.A.): „Veranstaltung im Rahmen der Kinder-Uni: Allerlei Getier, monströse Scheusale und mythische Wesen, Konzepte zur Kunstvermittlung für Kinder und Jugendliche anhand von phantastischen Darstellungen in Graphik und Malerei“