Kai Seebert MA

Doktorand bei Prof. Dr. Dr. Andreas Tacke

 

 

Im Treff 23, 1. OG, Raum 7

Tel.: 0651/201-4307

E-Mail: seebert@uni-trier.de

oder kai.seebert@gmx.de

Biographisches

Jahrgang 1989. Wintersemester 2011/2012 bis Sommersemester 2014: Bachelor-Studium der Kunstgeschichte (Hauptfach) und der Klassischen Archäologie (Nebenfach) an der Universität Trier. B.A.-Arbeit zum Thema „Benvenuto Cellinis Saliera – Ein Kunstwerk zwischen höfischer Repräsentation und Tischkultur am Hofe Franz‘ I.“ (2014), betreut von Prof. Dr. Dr. Andreas Tacke. Wintersemester 2014/2015 bis Sommersemester 2016: Master-Studium der Kunstgeschichte (Kernfach) an der Universität Trier. M.A.-Arbeit zum Thema „Die künstlerische und industrielle Anwendung der Spritztechnik zwischen 1890 und 1950: Ein Versuch zur Rekonstruktion einer weitgehend vergessenen Modeerscheinung“ (2016), betreut von Prof. Dr. Dr. Andreas Tacke. 2014 bis 2016: Studentischer Mitarbeiter in den beiden DFG-geförderten Projekten „Edition der Zunftordnungen für Maler bis um 1800: Quellen zur Künstlersozialgeschichte aus den Archiven der Bundesrepublik Deutschland, Österreichs und der Schweiz“ sowie „Kommentierte kritische Edition deutschsprachiger Zunftordnungen für Glasmaler bis um 1800: Quellen zur Künstlersozialgeschichte aus den Archiven Zentraleuropas (Bundesrepublik Deutschland, Estland, Frankreich, Lettland, Österreich, Polen, Schweiz, Tschechien), geleitet von Prof. Dr. Dr. Andreas Tacke an der Trierer Arbeitsstelle für Künstlersozialgeschichte (TAK). Ab 1. November 2017: Wissenschaftliche Hilfskraft mit Abschluss an der Trierer Arbeitsstelle für Künstlersozialgeschichte (TAK)

Dissertationsvorhaben (betreut von Prof. Dr. Dr. Tacke)

 

Das Grabmal des Johann III. von Metzenhausen im Dom zu Trier

(Arbeitstitel)

Das Dissertationsvorhaben befasst sich mit dem 1542 errichteten Grabmal des Trierer Erzbischofs und Kurfürsten Johann III. von Metzenhausen (1492–1540) im nördlichen Seitenschiff des Trierer Domes, das als eines der bedeutendsten Werke der Grabplastik der Renaissance im Rhein-Mosel-Gebiet zu werten ist.

Um das Grabmal mit seinem ikonographischen Programm auf historischer Ebene einordnen zu können, werden zunächst die Biographie des Erzbischofs und die Schwerpunkte während seiner Regentschaft (1531–1540) in der Krisenzeit der Glaubensspaltung dargelegt.
 

Ein Schwerpunkt des Dissertationsvorhabens soll alsdann auf den Versuch einer Zuschreibung des Grabmals zu einem Bildhauer bzw. einer Kunstlandschaft gelegt werden. Bislang lediglich einem „Hieronymus Bildhauer“, dem wahrscheinlich in Trier ansässigen „Metzenhausenmeister“ zugeschrieben, gilt es im Rahmen der Arbeit, bis dato nur randständig postulierte formale Anleihen bei der römischen und der venezianischen Grabplastik zu dokumentieren und zu überprüfen. Als Vergleichspunkte sollen mittelrheinische und insbesondere süddeutsche Werke aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts auf etwaige Bezüge zur „Hieronymus“-Werkstatt untersucht werden, um sich auf diese Weise dem Meister zu nähern, der stilistisch in seinen Werken deutliche Bezüge zur bayerisch-schwäbischen Schule offenbart.
 

Ein weiterer Hauptaspekt, dem sich die Arbeit widmen soll, wird auf eine ikonographische und stilistische Analyse des in einer erlesenen bildhauerischen Qualität ausgeführten Grabmals gelegt. Neben dem umfangreichen ikonographischen Bildprogramm des im italianisierenden Triumphbogenschema errichteten Wandgrabmals ist dabei auch die Ornamentik in Herkunft und Bedeutung zu untersuchen. In diesem Kontext werden – neben der Identifizierung druckgraphischer Vorlagen für die Figuren und die exquisit ausgeführte Ornamentik des Grabmals – insbesondere die in die Pilastern des Grabmals eingefügten Porträtmedaillons und die plastisch hervortretenden Büsten einer umfassenden Untersuchung zu unterziehen sein. In diesem Kontext soll herausgestellt werden, dass dem Grabmal eine konsequent horizontal geschichtete Erzählstruktur zugrunde liegt, deren Ursprung in der Rhetorik der humanistischen und gegenreformatorischen Gelehrtenwelt aus dem Kreise der Trierer Universität zu vermuten ist.

Fernerhin soll in der Dissertationsschrift der Versuch unternommen werden, neben einer formalen und ikonographischen Untersuchung auch eine ikonologische bzw. rezeptionsästhetische Analyse des Grabmals vorzunehmen. Die in der Region des Rheinlandes ihresgleichen suchende Durchgeistigung der annähernd lebensgroßen Standfigur des Johann von Metzenhausen im Darstellungsmodus des „Ewigen Gebets“ stellt zum einen ein Novum für die Trierer Grabplastik dar, sie wirft zum anderen aber auch die Frage nach dem eigentlichen Objekt der Adoration des Erzbischofs und Kurfürsten auf, auf welches hier (trotz oder ob gegenreformatorischer Tendenzen) bewusst verzichtet wurde.

Mit einer Arbeit über das Grabmal des Johann III. von Metzenhausen ist zuvorderst der Anspruch verbunden, ein bislang von der Forschung kaum beachtetes Meisterwerk der Renaissance-Bildhauerei auf deutschem Boden in seiner Historie, seinen stilistischen Eigenschaften und seiner kulturhistorischen Verankerung zu dokumentieren.

Masterarbeit

„Die künstlerische und industrielle Anwendung der Spritztechnik zwischen 1890 und 1950: Ein Versuch zur Rekonstruktion einer weitgehend vergessenen Modeerscheinung“ (2016)

In der M.A.-Arbeit wird der Versuch unternommen, die von der kunstwissenschaftlichen Forschung bislang kaum beachtete Spritztechnik in ihrer stilbildenden Bedeutung für die Zeit zwischen 1927 und 1937 neu zu werten. Im ausgehenden 19. Jahrhundert originär als eine kostensparende Methode zur Dekoration billiger Gebrauchskeramiken entwickelt, avancierte die Spritztechnik unter dem Einfluss der am Bauhaus tätigen Künstler Wassily Kandinsky und Paul Klee in der zweiten Hälfte der 1920er Jahren zu der für industriell produzierte Steingut-Keramiken dominierenden Dekorationstechnik. Führende deutsche Keramiker, allen voran Artur Hennig und seine Schüler an der Staatlichen Keramischen Fachschule Bunzlau, experimentierten unter dem Einfluss des Bauhauses mit der Spritztechnik und der Adaption konstruktivistischer Gestaltungsprinzipien für günstige und zugleich den modernen künstlerischen Strömungen Rechnung tragende Gebrauchskeramiken, die ab 1927 mit ihren abstrakt-geometrischen Dekoren den Markt revolutionierten. Während sich die kunsthistorische Forschung bislang auf den Bereich der spritzdekorierten Steingutgeschirre beschränkt hat, wird in der Master-Arbeit der Versuch unternommen, die Bedeutung der gespritzten konstruktivistischen Dekore als eine in den letzten Jahren der Weimarer Republik bis weit in die Zeit des Nationalsozialismus hinein gleichsam ubiquitäre Stilerscheinung auch für die Bereiche der Werbegraphik, der Innenraumgestaltung und der Bekleidungsmode zu dokumentieren.

Bachelorarbeit

„Benvenuto Cellinis Saliera – Ein Kunstwerk zwischen höfischer Repräsentation und Tischkultur am Hofe Franz‘ I.“ (2014)

Publikationen

  • Johann Friedrich Bause und die Seele des Porträtstichs, in: Stephan Brakensiek (Hg.), Leipziger Allerlei: Johann Friedrich Bause (1738–1814) und der Porträtstich im 18. Jahrhundert (= Trierer Beiträge aus Forschung und Lehre, herausgegeben vom Präsidenten der Universität, Bd. 30), Trier 2014, S. 9–27.
     
  • Der Kunstmarkt als Motor der Kennerschaft, in: Anette Michels/Anne-Katrin Sors/Stephan Brakensiek (Hg.), COPY.RIGHT: Adam von Bartsch (1757–1821): Kunst, Kommerz, Kennerschaft (Ausstellungskatalog in Kooperation mit der Georg-August-Universität Göttingen und der Eberhard-Karls-Universität Tübingen), Petersberg 2016, S. 121–146.