Sarah-Sophie Riedel M.A.

 

von 05/2012- 07/2014 wiss. Mitarbeiterin im ERC-Projekt artifex.

Doktorandin bei Prof. Dr. Dr. Tacke. 

                

E-Mail: riedel@uni-trier.de   

 

 

 

Ende August läuft oben genannte E-Mail Adresse aus. Sie erreichen mich weiterhin unter: sarahsophieriedel@gmail.com oder Sarah-Riedel1@gmx.de

Forschungsinteressen

  • Humor und Lachkultur der Frühen Neuzeit
  • Künstlerselbstbildnisse und Künstlerporträts
  • Niederländische Genremalerei des 17. Jahrhunderts
  • Bilder in Bildern
  • Methodik der Kunstgeschichte
  • Künstlerviten

Biographisches

Jahrgang 1985. Studium der Kunstgeschichte, klassischen Archäologie und Germanistik an der Universität Trier, vormals der Betriebswirtschaftslehre und Ägyptologie. Seit Oktober 2007 studentische Hilfskraft im Forschungsprojekt „Gnomisches Wissen im Raum der Bilder. Die Visualisierung von Sprichwörtern und Formelhaftigkeit in der Kunst des Mittelalters und der Frühen Neuzeit“ unter der Leitung von Frau Dr. Birgit Ulrike Münch. Neben dem Studium mehrere Praktika - so unter anderem in der Villa Vauban, der Gothaer Finanzholding AG und Sotheby’s Cologne. Magister Artium im November 2011 mit einer Arbeit zu dem Thema „Das hybride Bild – Überlegungen zu Jan Steens Dreikönigstag“ in Kooperation mit der Villa Vauban in Luxemburg. Bis März 2012 wissenschaftliche Hilfskraft im Forschungsprojekt „Gnomik visuell“. Seit Januar 2012 Promotionsvorhaben unter der Betreuung von Prof. Dr. Dr. Andreas Tacke zu dem Thema „Der Künstler narrt sich selbst – ironisierende Selbstinszenierungen in genrehaften Bildwerken der frühen Neuzeit." Seit Mai 2012 wissenschaftliche Mitarbeiterin bei artifex.

Dissertationsvorhaben (betreut durch Prof. Dr. Dr. Andreas Tacke)

Der Künstler narrt sich selbst – 
ironisierende Selbstinszenierungen in genrehaften Bildwerken der frühneuzeitlichen Niederlande
(Arbeitstitel)

 

Ausgehend von der Überlegung, dass Künstlerporträts nicht nur ein Phänomen der Selbstinszenierung, sondern auch der Selbstpersiflierung sind, versteht sich das Dissertationsprojekt als Versuch, dieses bisher nicht näher thematisierte ironisierende Porträt – das auch als ‚Genreporträt‘ bezeichnet werden kann – ins Zentrum der Betrachtung zu rücken. Gemeint sind hiermit jene Künstlerporträts, die als Nebenszenen oder oft auch als Schlüsselszenen in der flämischen und niederländischen Genremalerei auftreten. Die Künstler, wie beispielweise Jan Steen, Jan Miense Molenaer, Adriaen Brouwer, oder  Franz van Mieris inszenierten sich auf ironische, zuweilen satirische Weise und nehmen eine primär moralisierende Rolle ein. Dies ist ein zentraler, doch erstaunlicherweise keineswegs systematisch untersuchter Bereich der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Kunst. Die Selbstbildnisse zeichnet gegenüber allen anderen Formen des Porträts eine Besonderheit aus: Der Künstler tritt nicht als Schöpfer in Erscheinung, er macht viel mehr sich selbst zum Thema. Er ist Autor und Gegenstand seines Werks in einer Person. Mehr als in jeder anderen Kunstgattung erscheint das Selbstbildnis als ‚Schauplatz‘ des Individuums, als visuelles Dokument der Existenz des Künstlers. Für das Dissertationsprojekt ist insbesondere das Zusammenspiel und die Vermischung zwischen den eigentlichen Selbstinszenierungen und den weiteren Bildebenen von Relevanz. Zeigt sich der Künstler doch bewusst in negativ konnotierten Posen und Personen - so als Narr, Trunkenbold, Raucher oder Freier. Eine Einordnung der Motive in den historischen Kontext ist hier ebenso von Nöten wie die Frage nach der auto-referentiellen oder moraldidaktischen Rolle des Künstlers.

Magisterarbeit

Das hybride Bild – 
Überlegungen zu Jan Steens Dreikönigstag

Inhalt und Bedeutung der holländischen Genremalerei galten lange Zeit als identisch. Der künstlerische Verdienst des Malers war es, die Szene lebensnah abgebildet zu haben. Erst später thematisierte man für die Genremalerei den Begriff des ,disguised symbolism‘ oder des ,Scheinrealismus‘ davon ausgehend, dass den Werken eine versteckte Symbolik oder ein moralischer Aspekt inne wohnt. Obwohl Jan Steen einer der bedeutendsten holländischen Genremaler war, wird er in der kunsthistorischen Untersuchung vernachlässigt und buchstäblich hinter seinen Zeitgenossen zurückgestellt. Diese Tatsache deutet darauf hin, dass die üblichen Untersuchungsmethoden und Klassifizierungen nicht ausreichen. Aufgrund dessen versucht die Arbeit das vorherrschende Phänomen in Steens Œuvre, die Vermischung und Verschmelzung unterschiedlicher Bilddetails, mit dem Begriff der ,Hybridität‘ zu beschreiben. Anhand des Dreikönigstages in der Villa Vauban und weiteren Bildern selben Sujets konnte nicht nur eine neue Benennbarkeit gefunden werden, sondern ebenfalls ein Katalog erstellt werden welcher alle Dreikönigstagsdarstellungen Steens vergleichend inkludiert und kategorisiert.

Publikationen

  • Der Egoist wärmt sich am brennenden Haus. In: Ausst. Kat. Chemnitz 2014: Pieter Bruegel d.Ä. und das Theater der Welt, hrsg. von Ingrid Mössinger und Jürgen Müller, Chemnitz 2014, Kat. Nr. 69, S. 230-231
     
  • Der Bogenschütze, der alle seine Pfeile verschießt. In: Ausst. Kat. Chemnitz 2014: Pieter Bruegel d.Ä. und das Theater der Welt, hrsg. von Ingrid Mössinger und Jürgen Müller, Chemnitz 2014, Kat. Nr. 68, S. 228-229.
     
  • Man bettelt vergeblich an der Tür eines Tauben. In: Ausst. Kat. Chemnitz 2014: Pieter Bruegel d.Ä. und das Theater der Welt, hrsg. von Ingrid Mössinger und Jürgen Müller, Chemnitz 2014, Kat. Nr. 70. S. 232-233.
     
  • Formelhafte Wendungen im Œuvre Jacob Jordaens. Teil 2: Von Der König trinkt! bis Wucherei ist ein großes Übel, eine Plage in der Stadt. In: Münch, Birgit Ulrike / Pataki, Zita Ágota (Hrsg.): Jordaens – Genius of Grand Scale, (unter Mitarbeit von Elsa Oßwald und Sarah-Sophie Riedel) Stuttgart 2012, S. 67–94.
     
  • [mit Elsa Oßwald]: Vorläufer der Genremalerei. Tagung des HKFZ brachte einen interdisziplinären Forscherkreis zusammen. In: Unijorurnal. Zeitschrift der Universität Trier, Jahrgang 39, 2013, Nr. 1, S. 20-22.
     
  • Jan Steens Dreikönigstag – ein Konvolut der Lustbarkeit?. In: La Villa. Magazin der Villa Vauban Luxemburg, Luxemburg 2013.

Bilder auf dieser Seite mit freundlicher Genehmigung der Villa Vauban, Luxemburg