Dr. des. Jürgen von Ahn M.A.

Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Assistenz von Prof. Dr. Dr. Andreas Tacke

 

Raum A111

Tel.: 0651/201-4481

E-Mail: vonahn@uni-trier.de

 

 

Sprechstunde während des WS2017/18 donnerstags von

14.00 - 15.00 Uhr und nach Vereinbarung.

 

 

               

Biographisches

*1977. Studium der Kunstgeschichte und Klassischen Archäologie an der Universität Trier und der Katholischen Theologie an der Theologischen Fakultät Trier. 2009 Abschluss mit dem Magister Artium. 2009 Wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl für Kunstgeschichte Trier und im DFG-Projekt "sandrart.net" an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. 2010-2011 Wissenschaftliche Hilfskraft im DFG-Projekt "Hofkünstler" an der Universität Trier. 2011-2013 Wissenschaftliche Hilfskraft mit Abschluss im Medienzentrum der Kunstgeschichte der Universität Trier. Mehrmalige Lehrveranstaltung mit dem Titel "Pixel & Co. - Einführung in die Bildverarbeitung und Präsentation" für die Fächer Kunstgeschichte und Klassische Archäologie. Seit 2012 Wissenschaftliche Hilfskraft mit Abschluss im ERC-Projekt "Artifex" an der Universität Trier. 2013-2104 Wissenschaftliche Hilfskraft mit Abschluss im Forschungsprojekt: „Visualisierung und Konstruktion des Wissensraums Körper anhand der Syphilis bis um 1600“ bei Dr. Birgit Ulrike Münch. Oktober - Dezember 2014 Wissenschaftliche Hilfskraft mit Abschluss im Forschungsprojekt REFRAIN unter der Leitung von Prof. Dr. Karin Priem an der Universität Luxemburg. Von April bis Oktober 2016 wissenschaftlicher Mitarbeiter zur Vertretung der Assistenz (Dr. habil. Birgit Ulrike Münch) von Prof. Dr. Dr. Andreas Tacke. Seit 01.03.2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Kunstgeschichte als Assistent von Prof. Dr. Dr. Andreas Tacke.

Forschungsschwerpunkte

  • Kulturgeschichte des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit
  • Christliche Ikonographie
  • Kunst und Konfessionalisierung
  • Heiligen- und Reliquienkult
  • Reliquiarskunst: Form, Funktion und Wandel
  • Visualisierung von Krankheiten im Späten Mittelalter und der Frühen Neuzeit
  • Christliche Kunst im Kulturkampf
  • Wissensorganisation mit Hilfe von Forschungsdatenbanken

 

Promotion (betreut von Prof. Dr. Dr. Tacke)

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Erzbischof Ernst von Wettin und das »Frühe Hallesche Heiltum«

 

Das Hallesche Heiltum war zu Mitte des 16. Jhs. unter Kardinal Albrecht von Brandenburg zur größten Reliquiensammlung der Frühen Neuzeit herangewachsen. Dies wäre jedoch kaum möglich gewesen, hätte sein Vorgänger Erzbischof Ernst von Wettin ihm nicht eine beträchtliche Menge an Reliquien und Kleinodien als Fundament hierzu hinterlassen. Der Reliquienschatz wird seit jeher in der Forschung als maßgebliche Leistung Albrechts von Brandenburg wahrgenommen und oft als Ausdruck für dessen Faible für Prunk und Luxus interpretiert. Ernst von Wettin - wenn auch gemeinhin nicht so schillernd, wie sein Nachfolger im Amt - war er es jedoch, der Halle als seine Residenz erwählte. So ließ er ein Schloß samt Kapelle erbauen, mit der Absicht dort ebenfalls ein Stift zu gründen, welches, das schon zu seinen Lebzeiten, überaus reiche Heiltum aufnehmen und weisen sollte. Angespornt in seiner Leidenschaft für das Sammeln von Reliquien wurde er zusätzlich durch die Konkurrenzsituation mit seinen ebenfalls reliquiensammelnden Bruder Friedrich dem Weisen.

Forschungsgrundlage bildet eine Rekonstruktion eben jener Sammlung, wie sie zur Zeit von Ernsts Ableben Bestand hatte, die als "Frühes Hallesches Heiltum" bezeichnet werden kann. Dies geschah vornehmlich mit Hilfe diverser bildlicher und schriftlicher Quellen, die zu sichten, prüfen und auszuwerten waren. Darüber wurde die Sammlung in den Kontext spätmittelalterlicher/frühneuzeitlicher Reliquienfrömmigkeit und Heiligenverehrung gestellt. Eine Frage beispielsweise, die in diesem Zusammenhang zu klären war, ist, welche Bedeutung die so genannte Reliquiengabe als Teil politischer Interaktion besaß. Auch wurde anhand einzelner Stücke untersucht, inwiefern Reliquie und Reliquiar interagierten. Die „Kunst des Reliquiars“ stellt hier, ebenso wie die Malerei, eine Schnittstelle zwischen der heilsvermittelnden Kirche und dem Gläubigen dar. Gleichsam ist ihre Aufgabe viel größer, muss sie doch zwischen einem konkreten materiellen Inhalt und der Außenwelt eine verständliche Heilsbotschaft transportieren. Wie kann die Heiligkeit, der meist bis zur Unkenntlichkeit zerteilten Reliquienpartikel - was der zeitgenössischen Praxis geschuldet war - dem frommen Pilger überhaupt veranschaulicht werden? Eine Sammlung, gegründet in einer Zeit, welche noch geprägt war von einer multisensuellen Frömmigkeitspraxis des ausgehenden Mittelalters, erblühte am Vorabend der Reformation zu größter Pracht und mündete in ihrer Gigantomanie in jenem, was Luther später den "Abgott zu Halle" nannte. Sie war in ihrer unübertroffenen künstlerischen Pracht sicherlich eine der größten kirchlichen Schätze, die Deutschland je besessen hat. Nichts desto trotz, ist das Hallesche Heiltum als Sammlung heiliger Gebeine und Gegenstände  auch einer der großen Kristallisationspunkte der reformatorischen Kritik, welche es - leider - für die Forschung bis heute schwieirg erscheinen lässt, sich unvoreingenommen mit diesem Phänomen auseinander zu setzen.

 

Reliquienschatz - Goldschatz - Kunstschatz: Ziel der Dissertation war es, ein Stück bedeutender deutscher Kirchen- und Kunstgeschichte wiedererstehen zu lassen und den komplexen und wandelbaren Charakter einer Reliquiensammlung des ausgehenden Mittelalters herauszustellen.

Magisterarbeit

Symbiose aus heiligem Gebein und edlem Geschmeide? Das Verhältnis von Reliquie und Reliquiar anhand der Hallenser Heiltumsammlung unter Erzbischof Ernst von Wettin (1467-1513) im Spannungsfeld zwischen fürstlicher Repräsentation und persönlicher Frömmigkeit.


Publikationen

Aufsätze

 

  • [in Vorbereitung] 2017: Der Bauerkrieg in der zeitgenössischen Kunst - Eine Frage der Interpretation?, in: Tagungsband zur Tagung "Reformation und Bauernkrieg" 28.-30.07.2017 in Mühlhausen. 
     
  • [in Vorbereitung] 2017: Der Heilsapparat: Altar - Heiligenbild - Reliquiar. Komplexe liturgische Systeme der Heilsvermittlung zu Zeiten des Meisters von Meßkirch, in: Katalog zur Ausstellung "Der Meister von Messkirch. Katholische Pracht in der Reformationszeit (Landesausstellung in der Staatsgalerie Stuttgart 2017/18.
     
  • 2016: "Corpus sine corde: Ernst von Wettins Memoria als Sinnbild eines ambivalenten Verhältnisses zwischen dem Erzbischof und der Stadt Magdeburg", in: Ballerstedt, Maren; Köster, Gabriele; Poenicke, Cornelia (Hrsg.): Magdeburg und die Reformation: Teil 1: Eine Stadt folgt Martin Luther (Magdeburger Schriften), Magdeburg 2016, S. 99-112.
     
  • 2014: "...zw fruntlicher bruderlich ergetzung... die Reliquiensammlungen der Brüder Ernst und Friedrich", in: "Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen (1463–1525). Beiträge zur wissenschaftlichen Tagung vom 4. - 6. Juli auf Schloss Hartenfels in Torgau", Dresden 2014, S. 148-156 und in: Kohnle, Armin; Schirmer, Uwe: Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen. Politik, Kultur und Reformation (Quellen und Forschungen zur sächsischen Geschichte, Bd. 40), Stuttgart 2015, S.385-396.
     
  • 2011: Domschatzkammer. Auffindung und Weisung des Heiligen Rockes. Reliquien in Trier. in Heinz, Stefan; Tacke, Andreas; Weiner, Andreas (Hrsg.): Trier 1512 – Heiliger Rock 2012. Reisewege durch das historische Trier (mit einem Geleitwort von Bischof Dr. Stephan Ackermann). Petersberg 2011.

 

Lexikoneinträge und Katalogartikel

 

  • 2016: Kat.-Nr. 15 (Der Geizige im Dornenhaufen), 50 (Die Tempelreinigung), in: Thierbach, Melanie: Die 7 Todsünden (Katalog zur gleichnamigen Ausstellung im Diözesanmuseum Augsburg), Petersberg 2016.
     
  • 2015: Kat.-Nr. 18 (Gnadenstuhl), 26 (Grablegung), 27 (Leichnam Christi von Engeln getragen), 28 (Schmerzensmann und Marter Dolorosa), 30 (Herz der Dreieinigen Gottesliebe), in: Kat. Ausst. Lucas Cranach der Jüngere, Landesausstellung Sachsen-Anhalt, Dessau Wörlitz 2015.
     
  • 2011 "Afrika (Personifikation)", "Agape", "Astarte", "Calumnia (Personifikation)", "Ekklesia (Personifikation)", "Fruchtbringende Gesellschaft", "Morta", "Pavor und Pallor (Personifikationen)", "Vanitas (Personifikation)" auf: sandrart.net: Eine netzbasierte Forschungsplattform zur Kunst- und Kulturgeschichte des 17. Jahrhunderts
     
  • 2010 "Domittilla (Heilige)", "Queen Mary" auf: Sandrart.net: Eine netzbasierte Forschungsplattform zur Kunst- und Kulturgeschichte des 17. Jahrhunderts

 

Populärwissenschaftliche Publikationen

 

  • Zus. mit Danica Brenner: Künstlerische Großprojekte im Mittelalter. Expertenrunde untersuchte Handwerke übergreifende Kooperationen. In: Unijournal. Zeitschrift der Universität Trier, Jg. 40/2014, Heft 2.
     
  • Kostbarer als Gold, mächtiger als jede Waffe. Geschichte der Jesusreliquien in Deutschland. in Zeitschrift Welt und Umwelt der Bibel, Ausgabe 1, 2013
     
  • "audio-guide Trier": Der offizielle Audioguide der Stadt Trier, Trier 2010

Öffentliche Vorträge

  • 15.12.2017: "Die Kleider der Heiligen". Öffentlicher Vortrag in der Reihe "Reif für die Kunst" im "Museum am Dom", Trier.
      
  • 30.07.2017: "Der Bauernkrieg in der zeitgenössischen Kunst - Eine Frage der Interpretation?". Vortrag auf der Tagung "Reformation und Bauernkrieg" in Mühlhausen vom 28.-30.06.2017, veranstaltet von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 
     
  • 22.09.2015: "Zurück ins Paradies? Ideengeschichte der heilen Welt", Vortrag im Rahmen der "Schöpfungszeit" und ihrem diesjährigen Thema „Zurück zum Paradies? Möglichkeiten und Grenzen menschlicher Schöpfungsverantwortung“, Dienstag, 22. September 2015, 20 Uhr, Dom- und Diözesanmuseum
     
  • 27.05.2014: Gemeinsam mit Dr. Birgit Ulrike Münch "Die Blattern, die da seind am heimlichen Ort. Visualisierung und Textualität der Syphilis im 16. Jahrhundert" Ringvorlesung der Theologischen Fakultät zum Thema "Hauptsache gesund?! Perspektiven auf Krankheit und Heil(ung)".
     
  • 08.10.2013: "Goldene Zeiten für Halle - Der Reliquienschatz Ernsts von Sachsen" anlässlich eines Themenabend zu "Ernst von Wettin" des Vereins für Hallesche Stadtgeschichte e.V. in Halle.
     
  • 06.07.2013: "...zw fruntlicher bruderlich ergetzung... die Reliquiensammlungen der Brüder Ernst und Friedrich". Wissenschaftliche Jahrestagung der Historischen Kommission der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig zum Thema: "Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen (1463–1525). Europäische Politik – Kulturtransfer – Humanismus und frühe Reformation" in Torgau.
     
  • 03.11.2011: Abendvortrag "Der heilige Knochen als Malum discordiae - Reliquien als Zankapfel vorreformatorischer Politik am Beispiel der Sammlung Erzbischofs Ernst von Wettin" im Rahmen des Workshops "Luther 2017: Reformation - Wissenschaft - Tourismus" in Magdeburg.

Mitgliedschaften und Zuständigkeiten

  • Mitglied des Vorstandes des Trierer Zentrums für Mediävistik (TZM) 
     
  • Mitglied im Verband Deutscher Kunsthistoriker
     
  • Mitglied im Deutschen Verein für Kunstwissenschaft e.V.
     
  • Modulbeauftragter für die Module „Interdisziplinarität“ und „Gattungs- und Epochenübergreifendes Arbeiten“

Lehre

  • WiSe 2017/2018: BA-Seminar: How "The Vikings" became Christians? - Die norwegischen Stabkirchen
     
  • WiSe 2017/2018: MA-Seminar: [Zusammen]Schau des Heiligen: Studentisches Buchprojekt zum Trierer Domschatz 
     
  • SoSe 2017: BA-Seminar: Übung macht den Meister/die Meisterin: Mehr Sicherheit im Wissenschaftstransfer 
     
  • SoSe 2017: MA-Seminar: Der Glanz des Ewigen: Deutsche Dom- und Kirchenschätze
     
  • SoSe 2016: BA-Seminar: Kunst und Knochen: Kunst und Knochen. Von St. Afra bis zu den Zehntausend Märtyrern 
     
  • SoSe 2016: MA-Seminar: Ikonoklasmus: "Die Kunst zu zerstören" 
     
  • WiSe 2013/14: BA-Seminar (gemeinsam mit Karina Wiench, M.A. und Stefan Heinz, M.A.): „Apokalypse now!" Himmel, Hölle, Fegefeuer. Bilder vom Ende – das Ende in Bilder